Der Palast von Knossos
Knossos liegt 5 km südöstlich von Iraklion. Der Hügel Kephala, auf dem der Palast von Knossos erbaut ist, war schon in neolithischer Zeit, 6000 v. Chr., vielleicht auch früher, bewohnt. Gegen Ende dieser Periode 3000 v. Chr. war die Siedlung am Ausgang des baumreichen und fruchtbaren Keratos-Tals an der Mündung des Vlychias, von ansehnlicher Größe und in der Vor-Palastzeit breitete sie sich dann weiter nach Westen aus. An den wenigen Überresten aus der Älteren Palastzeit ist zu erkennen, dass auf den Trümmern von Neolithikum und Vor-Palastzeit um einen zentralen Hof einzelne Gebäudegruppen errichtet wurden, die nur durch eine Überdachung der einzelnen Plätze miteinander zu einem Gesamtkomplex mit Nord- und Westhof verbunden waren. Dieser erste, ältere Palast erfuhr im Laufe der Älteren Palastzeit mehrere Veränderungen und wurde 1700 v. Chr. zerstört. Der Wiederaufbau des eingestürzten Palastes auf einer Fläche von 2200m² zeigt gewandelte architektonische Vorstellungen und neue Baupläne. Hauptcharakteristikum ist der zentrale, gepflasterte Hof mit Nord-Süd-Achse und den verschiedenen Gebäudeflügeln ringsum. Der Westflügel mit seinen Kulträumen ist der wichtigste. Im Ostflügel die Gemächer der königlichen Familie und in Nord- und Südbereich Lagerräume, Werkstätten und sonstige Hilfsräume.
Das Archäologische Museum von Heraklion
Das Archäologische Museum von Iraklion ist das zweitgrößte Museum Griechenlands und eines der wichtigsten auf der ganzen Welt. Es liegt an einem zentralen Punkt der Stadt, in der Nähe des Hafens. Der Gebäudekomplex ist 1930 an der Stelle erbaut, wo früher die venezianische Kirche des hl. Franziskus gestanden hatte. Der überwiegende Teil der Ausstellungsstücke stammt aus Zentral- und Ostkreta; sie bezeugen die Kulturentwicklung Kretas vom Neolithikum bis zur römischen Zeit. Im Museum von Iraklion entstammen die meisten der in den 20 Räumen chronologisch angeordneten Ausstellungs-stücke der minoischen Kultur, es gibt aber auch wichtige Fundstücke aus historischer Zeit. Es wird empfohlen, beim Besuch des Museums der Nummerierung der Räume zu folgen. Bei einigen außergewöhnlichen und einzigartigen Meisterwerken ist ein kleiner Halt angezeigt. Für eine sinnvollen Museumsbesuch ist eine Zeit von mindestens zwei Stunden erforderlich.
Der Palast von Malia
Die ersten Ausgrabungen in dieser Gegend wurden 1915 von I. Chatzidhaki am Standort Zourokephali durchgeführt, wo man die Mauer eines großen Gebäudes entdeckte. Gleichzeitig wurde an der Küste ein in den Felsen gehauenes Grab ausgegraben, in dem man Urnen fand. Seit 1921 werden die Ausgrabungen von der Französischen Archäologischen Schule fortgeführt. Der Palast von Malia ähnelt zwar den anderen Palästen in seinen architektonischen Grundzügen, ist aber in seiner Ausgestaltung nicht von der gleichen Pracht. Die Fassaden sind nicht aus Kalkstein sondern aus Sandstein, der Plattenbelag von Fußböden und Bänken fehlt ganz, ebenso die Marmorverkleidung in den Innenräumen und die Steinpfeiler an den Türen.
Samaria-Schlucht
43 km von Chania und somit ca. 3 Stunden per Auto von Malia entfernt. Das „Farangi Samarias“ ist mit 18 km die längste Schlucht Europas, von atemberaubender Schönheit. An bestimmten Stellen verengt sie sich auf nur 3 m, während die zu beiden Seiten senkrecht aufragenden Felswände bis zu 600 m erreichen. Der Pfad durch die Schlucht ist das Flussbett eines Sturzbachs, der sich seinen Weg zwischen dem Hauptgipfel der Weissen Berge und dem Volikias-Gebirge gebahnt hat. Vom Touristenpavillon am Nordeingang der Schlucht, bei Xiloskalo, hat man einen überwältigenden Blick auf den 2083 m hoch aufragenden Gigilos. Am Südausgang der Schlucht liegt das kleine Dorf Agia Roumeli, von wo aus man mit dem Boot nach Chora Sfakion fahren kann. Die Fahrt von Chania zum Eingang der Schlucht ist wegen der Schönheit der Landschaft und der malerischen alten Dörfer in den Tälern und auf den Bergplateaus zu empfehlen. Wenn man vor dem Abstieg im Dorf Omalos oder auf der gleichnamigen Hochebene bleiben und Kräfte schöpfen will - Zimmer und Tavernen gibt es überall. Für Wanderer ist die Schlucht offiziell von Mai bis Ende September (bei entsprechenden Wetterverhältnissen auch bis Ende Oktober) geöffnet.
Lassithi-Hochebene
Die Fahrt führt über Serpentinen zum nächsten Reiseziel: der auf ca. 850 m gelegenen Lassithi-Hochebene, eingeschlossen von den hohen Gipfeln des Dikti-Gebirges. Das Lassithi Plateau gilt als eines der wichtigsten Anbaugebiete der kretischen Landwirtschaft und ist bekannt durch seine Windmühlen, die vereinzelt im Sommer bespannt werden, um das Grundwasser zur Bewässerung hochzupumpen. Bei Psichro führt ein Pfad in Richtung Geburtshöhle des Göttervaters Zeus, einer eindrucksvollen Tropfsteinhöhle. Der Aufstieg erfolgt entweder zu Fuß oder gegen Gebühr mit Eseln.